Nach der Geburt suchen sich die Kitze unabhängig voneinander einen Liegeplatz im hohen Gras, wo sie – gut getarnt durch ihr Fleckenfell – regungslos verharren. Werden sie dennoch entdeckt, verfallen sie in eine Art Starre; erst ab der dritten Woche versuchen sie, sich durch Flucht in Sicherheit zu bringen. Ihr Verhalten erschwert es Beutegreifern ungemein, junge Rehe aufzuspüren. Was beim Verstecken vor dem Fuchs Sinn macht, hilft nichts gegen Mähmaschinen.
Gefährdete Gebiete rechtzeitig erkennen
In der Kulturlandschaft liegen die meisten Rehkitze in landwirtschaftlich genutzten Wiesen. Beim Nahen einer Mähmaschine, die bis zu 5 Meter pro Sekunde zurücklegt, haben weder sich duckende noch fliehende Rehkitze eine Chance. Sie geraten in das Mähwerk und werden zerstückelt oder schwerstverletzt im Gras liegengelassen. Für alle Beteiligten – Rehgeiss, Kitz, Landwirte, Wildhüter – sind solche Unfälle furchtbar. Inwiefern Rehe daran gehindert werden können, sich in Mähwiesen zu verstecken, ist unter Experten umstritten. Oft werden am Vortag des Mähens flatternde Aluminium- und Plastikbänder an Pfosten in der Wiese aufgestellt, oder die Tiere sollen mittels Duftstoffe, wie Raubtiergeruch, ferngehalten werden. Eine genaue Kenntnis der problematischen Wiesen und des Rehverhaltens sowie eine enge Kooperation von Landwirten, Jägern und freiwilligen Tier- und Naturschützerinnen ist vonnöten, um gefährdete Gebiete rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu handeln.
Rehkitze nicht mit blossen Händen berühren
Landwirte, die sichergehen wollen, lassen ihre Wiesen direkt vor Mähbeginn nach Rehkitzen absuchen: mit Menschenketten und Hunden, dem ISA-Wildretter (eine lange Alu-Teleskopstange mit Infrarotdetektoren) oder per ferngesteuerte Drohne. Entdeckte Rehkitze sollten nicht mit den blossen Händen berührt werden, denn die Mutter könnte sich am Menschengeruch stören, und für Fressfeinde wären die Kitze nicht mehr geruchlos. Es gibt zwei Möglichkeiten, wie mit dem Kitz verfahren werden soll:
Für Rückfragen
Dr. sc. nat. Samuel
Furrer
Schweizer Tierschutz STS
Geschäftsführer Fachbereich
Fachstelle Wildtiere
Telefon 076 345 14 48
Hinweis der Redaktion: Die Bildrechte liegen beim jeweiligen Herausgeber.
1861 wurde der nationale Schweizer Tierschutz-Dachverband unter dem Namen «Schweizerischer Centralverein zum Schutz der Thiere» gegründet. 1980 wurde dieser veraltete Name in Schweizer Tierschutz STS geändert.
Heute umfasst der STS 71 Schweizer Tierschutzorganisationen und den Tierschutzverein Liechtenstein. Sein oberstes Organ ist die Delegiertenversammlung seiner Sektionen. Geleitet wird er von einem 13-köpfigen Zentralvorstand, der in neun Ressorts aufgeteilt ist: Fachbereich, Finanzen, Rechtsdienste, Politik, Kommunikation, Sektionen, Personal, International und Jugend.
Der STS ist national in allen Bereichen des Tierschutzes auf der fachlichen, politischen und gesetzgeberischen Ebene tätig. Die Sektionen des STS stellen mit ihren Tierheimen, Tierpflege- und Auffangstationen die Tierschutzbasisarbeit in allen Kantonen der Schweiz sicher.
Hinweis: Der Über-uns-Text stammt aus öffentlichen Quellen oder aus dem Firmenporträt auf HELP.ch.
| Schweizer Tierschutz STS (Firmenporträt) | |
| Artikel 'STS: So schützen Landwirte Rehkitze bei der Heuernte...' auf Swiss-Press.com |
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